„In dir steckt jetzt schon viel Talent. Das habe ich bei den letzten Deutschen Jugendmeisterschaften sehen können.“,
sagte Gerd Kunz vor Beginn des Einzeltrainings zu dem 17-jährigen Spaatzer Florian Langer.
„Wenn du aber mal ganz oben
auf dem Treppchen stehen willst, dann musst noch viel an dir arbeiten!“ Für gut zwei Stunden stand dann für Florian ein
Grundlagen-Trainingsprogramm an. Die richtige Körper- und Queuehaltung, eine in Fleisch und Blut übergehende Stoßtechnik
und Treffsicherheit stehen generell an erster Stelle im Billardsport.
Vor zehn Jahren konnte die Abteilung Billardkegeln des SV Empor Spaatz den A-Lizenztrainer der Deutschen Billardunion
(DBU) Gerd Kunz für einige Tage engagieren, um insbesondere den Billardnachwuchs des Vereins mit professionellen Methoden
zu trainieren. Umso größer war die Freude bei Empor, dass Gerd Kunz schon vor Monaten sein Kommen für das vom Verein geplante
und über vier Tage gehende Nachwuchstraining in der letzten Juliwoche zusagte. Insgesamt nahmen 15 Nachwuchsakteure aus den
Alterklassen 13 bis 21 daran teil. Darunter waren auch sechs aktive Jugendliche vom neu gegründeten SV Friesack, die der
Spaatzer Einladung zur Mitteilnahme dankend gefolgt sind. Mit Mathias Demuth, Ronald Langer, Marcin Swierzy, Michael
Rönnspieß (alle von Empor) und Wolfgang Messingsfeld (Friesack) standen dem Bundestrainer Helfer bzw. Betreuer zur
Verfügung. Denn beim täglich jeweils 6-stündigen aus Gruppen- und Einzeltraining bestehenden Pensum, konnte Gerd Kunz
natürlich nicht auf alle Teilnehmer gleichzeitig eingehen. Den Jugendlichen wurden selbstverständlich auch Verschnaufpausen
eingeräumt, sei es mit Musikhören über Ohrstöpsel, mit Handy-Spielkonsolen oder mit einem kleinen Match auf dem Spaatzer
Fußballplatz. An den Abenden kamen auch die „alten Hasen“ auf ihre Kosten und ließen sich vom Profi auf den drei Billardtischen
einige von ihnen sonst als kaum lösbare Spielsituationen erklären.

Auf einer abschließenden Havel-Bootsfahrt am letzten Tag wurde nicht nur das Training ausgewertet. Die Abteilungsführung und
die Mannschaftskapitäne setzten sich mit Gerd Kunz auch zu einem Informationsaustausch zusammen. Der Bundestrainer regte unter
anderem an, dass sich Sportsfreunde von Empor bereit erklären sollten, selbst einen Trainerschein abzulegen. Denn er sieht den
Spaatzer Billardsport mit seinen mehr als 35 Aktiven als sehr gut aufgestellt. Bei einem Nachwuchsanteil von rund 20 Prozent dabei,
sollte mindestens ein ausgebildeter Billardtrainer aus den eigenen Reihen schon allein für die Jugendlichen zur Verfügung stehen.
Seitens von Empor wurde Gerd Kunz darüber informiert, wie wichtig es die Billardabteilung seit gut zehn Jahren hält, negativen
demografischen Entwicklungen vereinsintern entgegenzuwirken. Man ist nicht nur ständig bemüht, für konstante Nachwuchszahlen
zu sorgen. Auch das Aufnehmen von Sportlern bei Empor, die ihre Fußballaktivität aus verschiedenen, oftmals gesundheitlichen
Gründen beenden mussten, ist die Billardabteilung ein „Auffangbecken“, um mit einer anderen Sportart weiterhin treu zum Gesamtverein
zu stehen. So konnte die Anzahl der Billardaktiven im genannten Zeitraum mehr als verdoppelt und der Altersdurchschnitt von 51,7
Prozent auf 41,8 Prozent gesenkt werden.
„Es waren für uns und besonders für unseren Billardnachwuchs sehr lehrreiche Tage mit Gerd Kunz.“, so das Fazit vom stellvertretenden
Abteilungsleiter Mathias Demuth. Er werde dem geschäftsführenden Gesamtvereinsvorstand Bericht darüber erstatten, dass auch der
dafür notwendige finanzielle Aufwand von rund 1000,-EUR nicht umsonst war. Dank Sponsoren, einem Förderbescheid des Landkreises
Havelland und einem Eigenanteil, konnte Empor Spaatz dieses 4-Tage-Nachwuchstraining durchführen.
Weitere Infos zum Thema gibt es in der
Billardarea .
Guido Quadfasel
SV Empor Spaatz